Mucken

Mücken sind sehr unangenehme Insekten, sie sind auf der ganzen Welt verbreitet, besonders in tropischen Ländern; Mücken gehören der Ordnung Diptera an, wie zum Beispiel die Bremsen oder Fliegen und der Unterordnung Nematocera, sie unterscheiden sich durch ihre Körperform, dem, einer Trompete ähnlichen, vorspringenden Mundapparat und den am Rand mit Härchen bedeckten Flügeln.

Es gibt mehr als 2000 bekannte Mückenarten, die sich in Färbung des Körpers, der braun, ockerfarben, dunkel, mit Flecken oder mit Streifen versehen sein kann, in der Größe, dem Ort, an dem sich die Larven entwickeln, wobei die Entwicklung immer im Wasser stattfindet, in der Art wie die Larven atmen und in der Art wie die adulten Mücken sich auf Oberflächen niederlassen unterscheiden.

Die Mücken gehören außerdem der Familie Culicidae (Stechmücken) an, der die folgenden Unterfamilien angehören:

  • Anophelinae
  • Culicinae
  • Toxorhynchites (es handelt sich um sehr große Mücken, die nicht hämatophag sind; die Larven dieser Mückengruppe ernähren sich von den Larven anderer Mücken)

Nur zwei dieser Mücken-Unterfamilien leben in Italien und in Europa:

  • Anopheles oder Malariamücken
  • Culicini, denen verschiedene Mückenarten angehören: Aedes, Culex, Mansonia, Theobaldia.

Morphologisch gesehen ähneln sich alle Mücken: langer, sichtbarer Körper, nur ein dünnes Flügelpaar, zarte lange Beine, lange Fühler auf dem Kopf, an denen man das Geschlecht unterscheiden kann, die Weibchen haben wenige Härchen auf den Fühlern, wohingegen die Härchen der Männchen gefiedert und länger sind. Außerdem besitzen die Männchen leckende Mundwerkzeuge und ernähren sich von Pflanzensäften, die Weibchen hingegen besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge und sind hämatophag, das heißt sie ernähren sich von Blut, welches sie benötigen, um die Eier zur Reife zu bringen, tatsächlich greifen die meisten weiblichen Mücken, die der Culicidae-Familie angehören, den Mensch, Säugetiere und Vögel an.

Es ist für uns von besonders wichtig, den Verbreitungsraum der verschiedenen Mückenarten, die verschiedenen Gewässer, in denen die Eiablage stattfindet und sich die Larven entwickeln, zu kennen, da diese Faktoren die Gefährlichkeit des Mückenstichs auf Grund der möglicherweise als Krankheitsvektoren von Malaria oder Gelbfieber, usw. wirkenden Mücken bestimmen.

Die Mücken haben sich an trübe, verschmutzte, sumpfige, salzhaltige und süße Gewässer angepasst, vor allem in gestauten und stagnierenden Bereichen, sie halten sich aber nie in bewegten Gewässern oder wo insektenfressende Fische, wie die Gambusia affinis (Koboldkärpfling), leben, auf.

Culex pipiens: das ist unsere gemeine Stechmücke, die wir in ganz Italien antreffen, sie besitzt einen flach auslaufenden Unterleib und  kürzere labiale Palpen (Mundlappen). Diese Mücke hat sich perfekt an den städtischen Raum angepasst, sie legt die Eier in stehende Gewässer in Untertöpfen, verstopften Dachrinnen und verlassenen Behältern; tagsüber bleibt sie inaktiv und in der Abenddämmerung kommt sie heraus und stört die ganze Nacht über unseren Schlaf.

Aedes mariae und Aedes detritus: das sind zwei Mückenarten, die einen zugespitzten Unterleib besitzen und kurze labiale Palpen (Mundlappen); sie leben in Küstenstädten, sie sind tagaktiv und die Weibchen legen die Eier in Meerwasserpfützen, wo die Larven leben und sich entwickeln können.

Aedes canpius ist eine weitere in Italien sehr verbreitete Mücke, die aber vor allem in der Poebene lebt, es handelt sich um eine Mücke, die auf dem Land lebt und nicht in die Städte eindringt. Da sie 20-30 km weit fliegen kann, bevölkert diese Mücke große Bereiche und sie gilt als aggressiv gegenüber dem Menschen.

Aedes albopictus oder Tigermücke: der Name stammt nicht allein von ihrem schwarz-weiß getigertem Unterleib und ihren Beinen, aber auch von der Aggressivität gegenüber dem Mensch und kleinen Säugetieren. Die Tigermücke ist tag- und nachtaktiv und man findet sie in allen großen und kleinen urbanen Zentren. Es ist eine sehr schädliche Mücke, die sich üblicherweise in großen Gruppen niederlässt und für viel Unbehagen sorgt. Sie ist vor allem im nördlich- zentralem Bereich von Italien anzutreffen und sie tauchte erstmals in den 90er Jahren in unserem Land auf. Bevor sie in unser Gebiet eingedrungen ist, war diese Mücke nur in einigen Regionen Afrikas und in Japan, wo sie Vektoren vieler Viren und Krankheiten darstellte, anzutreffen.

Anopheles: diese Mückenart hat einen spitz zulaufenden Unterleib und lange labiale Palpen (Mundlappen), in der Vergangenheit war dies die meist gefürchtete Mücke, da sie Malariaübertragerin ist, dadurch dass sie in sumpfigen, nicht gereinigten, morastigen Umfeld lebt und sich entwickelt.

FORTPFLANZUNGS- UND ENTWICKLUNGSZYKLUS DER MÜCKEN

Das Genitalorgan der Mückenmännchen, das „Ipogino“, welches sich um 180° drehen kann, entwickelt sich innerhalb von 24 Stunden. Sobald die Männchen die sexuelle Reife erlangt haben, vereinen sie sich in großem Gruppen und locken so die Mückenweibchen an. Die Begattung findet im Flug statt und im Laufe eines Jahres können die Mücken, je nach Art, mehrere Generationen hervorbringen.

Sobald die Eier sich im Bauch des Mückenweibchens zu entwickeln beginnen, braucht sie Blut, um sie zu ernähren und zur vollständigen Reife zu bringen.

Bis zu 500 reife Eier werden von dem Mückenweibchen gelegt, wobei sie sich direkt auf dem ruhigen Wasserspiegel niederlässt (Culex) oder auf feuchte und feste Oberflächen (Aedes) oder auf Blättern der Wasservegetation (Mansonia), in jedem Fall müssen die Eier überflutet werden, um sich zu entwickeln und zu öffnen.

Alle Mückenarten weisen 4 Larvenstadien auf, die Dauer der Entwicklung vom Ei zur Puppe hängt von der Temperatur ab, je höher die Temperatur ist desto kürzer ist die Entwicklungsdauer zur adulten Mücke, üblicherweise beträgt die Dauer von einer Woche bis zu einem Monat

Die Mückenlarven leben unter Wasser und der Atmungsapparat ist von der Art abhängig: die Mücken, die den Arten Culex und Aedes angehören, besitzen zum Beispiel eine Atemröhre, Anopheles besitzt  am Ende ihres Körpers eine Atemöffnung.

Während des Puppenstadiums müssen sie sich der Wasseroberfläche nähern, um an Sauerstoff zu gelangen.

DER MÜCKENSTICH

Die Mundwerkzeuge der Mücken bestehen aus gezackten Mandibeln und Maxillen mit denen sie ein Loch in die Haut beißen, um an die Kapillare zu kommen, in die sie durch die Hypopharynx den Speichel injizieren, der eine Gerinnung des Blutes verhindert, dieser Antigerinnungsspeichel provoziert allergische Reaktionen, Juckreiz und Schwellung.

Wie andere Insekten besitzen die Mückenweibchen ein Sinnesorgan auf den Fühlern und dem Kopf mit deren Hilfe sie das Vorhandensein ihrer Beute bereits von Weitem wahrnehmen, sie spüren die Feuchtigkeit und Temperatur der Haut, nehmen Schweiß und Talg, sowie Kohlendioxidausscheidungen wahr.

Ein interessanter Aspekt ist die Fähigkeit der Mücke gesundes von krankem Blut zu unterscheiden und auszuwählen.

Außerdem haben neuste Studien über Mücken, laut einigen Gelehrten, die Personen ermittelt, die am ehesten von den Mücken belästigt werden.

  • Raucher: diese Personen stoßen durch das Rauchen eine chemische Substanz aus, die die Mücken anzieht.
  • Vegetarier: diese Personen stoßen beim Atmen vermehrt Octanol, eine bei der Verdauung von Gemüse und Früchten produzierte Substanz aus.

Die Verbindung von Gerüchen mit Körpersubstanzen ziehen die Mücken besonders an;  einer der am meisten von Mückenstichen befallenen Körperteile sind sicher die Füße; anders als viele denken, bevorzugen die Mücken erwachsene Menschen, nicht etwa Kindern und eher Männer, als Frauen.

Die Mücken stechen nicht nur den Menschen, sondern auch Tiere und Vögel gehören zu ihrer Beute, auf diese Weise können sie zu Parasitenträgern werden und Krankheiten durch den von ihnen injizierten Speichel übertragen.

In unserem Land übertragen die Mücken keine Krankheiten, auch wenn die immer häufiger werdenden Tourismus- oder Arbeitsreisen in Länder, in denen die Mücken Krankheiten, wie Malaria oder Gelbfieber usw., übertragen können, das Verbreitungsrisiko erhöhen.

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG UND BEKÄMPFUNG DER MÜCKEN

Um die Mücken zu entfernen müssen wir alle stehenden Wasseransammlungen entfernen und alle Bedingungen zerstören, in denen sich die Mücken entwickeln können, die Bekämpfung der Mücken ist vor allem individuell und vorbeugend, zum Beispiel, indem wir aufpassen durch unser falsches Verhalten die Mückenverbreitung nicht zu fördern oder indem wir alle Orte beseitigen, die zu einem Larvenherd in unseren Gärten und Häusern werden können.

Was die Schädlingsbekämpfung auf großen Gebieten angeht, sollte qualifiziertes Personal herangezogen werden.

Kontaktiert uns für eine Beratung ohne Verpflichtungen und/oder einen GRATIS – Kostenvoranschlag.