SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG UND ÜBERWACHUNG DER ZECKEN

Zecken sind keine Insekten, sondern gehören der Ordnung Acari (Milben), der Klasse der Arachnida (Spinnentiere) an; sie sind mit den Spinnen verwandt und sind Arthropoda (Wirbellose mit beweglich gegliederten Körperteilen, mit Beinen, Fühlern und Mundwerkzeugen ausgestattet).

Wie die Flöhe gehören sie zu den äußeren Parasiten, je nach Gattung greifen sie Säugetiere, Vögel, Reptilien und auch den Menschen an.

Es gibt ungefähr 850 Zeckengattungen, die an verschiedenen Eigenschaften erkennbar sind, aber alle Zecken sind hämatophag (sie ernähren sich von Blut) und Ektoparasiten (äußere Parasiten).

Dank des Haller-Organs, das sich am ersten Beinpaar befindet, kann die adulte Zecke, sowie die Larve und Nymphe Wärme, Vibration und das vom Wirt ausgestoßenen Kohlendioxid wahrnehmen und sich an ihm mit Hilfe derselben Vorderbeine anhaften.

Die Zecke greift den Wirt an und saugt sein Blut, indem sie den Kopf oder den Rüssel in die Unterhaut einführt, dabei wird die Haut durch das erste Beinpaar, das auch als Schere dient, eingeschnitten; sie saugt das Blut nicht ein wie die Mücke, sondern nutzt die Herz-Kreislauf Aktivität des Wirts.

Im Unterschied zum Stich der Flöhe, ist der der Zecke durch eine anästhesierende Substanz in ihrem Speichel schmerzlos, er löst keinen Juckreiz aus und stört den Wirt nicht, leider macht diese Eigenschaft die Zecke noch gefährlicher, da sie ein bedeutender Überträger schwerwiegenderer Krankheiten, sowohl für Tiere, als auch für Menschen darstellt.

Der Zeckenkörper ist im Durchmesser 0,4 bis 0,5 mm lang, nach einer Blutmahlzeit erhöhen sich diese Maße wesentlich. Sie können 3-4 mal ihr eigenes Gewicht an Blut saugen; während dem Saugen stoßen sie den wässrigen Teil des Blutes wieder aus, auf diese Weise nimmt die Zecke nur die Blutbestandteile auf.

Der geläufige Name Zecke umfasst zwei große Familien:

  • ARGASIDAE (Lederzecken). Das sind Vogelparasiten und es gibt zwei Arten: Argas und Ornithodorus. Die Lederzecken kann man an den Mundwerkzeugen unterscheiden, die sich am unteren Teil des Körpers befinden; Männchen und Weibchen ähneln sich, sie besitzen kein anterior gelegenes Schild; die Weibchen können mehrmals im Leben Eier legen. Der Lebenszyklus der Lederzecken kann mehrere Jahre dauern und die Entwicklung von der Larve zur adulten Zecke durchläuft drei Nymphenstadien; für den Übergang von einem Stadion zum nächsten benötigen sie mindestens eine Blutmahlzeit und diese Zecken sind sehr gierig, ihre Blutmahlzeiten sind schnell und kurz und danach verlassen sie den Wirt. Diese Zecke kann man in Schlupfwinkeln, in Vogelnestern und Höhlen, in jedem Fall an geschützten Orten, auf den Wirt wartend antreffen.
  • IXODIDAE (Schildzecken). Sie sind Säugetierparasiten und umfassen 6 Arten: Rhipicephalus, Ixodes, Dermacentor, Boophilus, Hyalomna, Haemaphisalis. Diese Zeckenfamilie zählt zu den halb permanenten Ektoparasiten, diese Zecken bleiben am Wirt über Wochen haften, indem sie sich in der Haut dank der Sekretion einer erhärtenden Substanz, die dem Zement ähnelt, und dank der Struktur ihrer Mundwerkzeuge, die nach hinten ausgerichtete Haken besitzen, verankern. Weibchen und Männchen der Schildzecken weisen zwei spezielle Unterschiede auf: das Männchen der Schildzecke ist viel kleiner und die ganze Rückenoberfläche ist mit Chitin übersehen, so dass ein komplettes Schild gebildet wird, während beim Weibchen und bei den Larven der Rückenpanzer weich ist und zahlreiche Falten aufweist, die das Ausdehnen des Abdomens bei Vorhandensein von Eiern und während der Nahrungsaufnahme erlauben. Die Begattung findet üblicherweise auf dem Wirt statt, danach, nach einer ausgiebigen Blutmahlzeit, die auch mehrere Tage dauern kann, fällt das Weibchen vom Wirt und legt tausende von Eiern auf den Boden oder in die Vegetation und dann stirbt sie, während das Männchen beim Wirt bleibt. Nachdem sich die Eier geöffnet haben beginnt der Zyklus von der neugeborenen Larve bis zur adulten Zecke, der durch drei verschiedene Phasen gekennzeichnet ist:
    1. Neugeborene Larve: Sie hat die Größe eines Stecknadelkopfs und besitzt drei Beinpaare
    2. Nymphe: Die selbe Größe der Larve mit vier Beinpaaren
    3. Adulte Zecke: Auf nüchternen Magen ist sie nur wenig grösser als die Larven und Nymphen
    Für jede Entwicklungsphase benötigt die Zecke eine einzige Mahlzeit, die mehrere Tage dauern kann; nach der Blutmahlzeit fallen sie vom Wirt ab, um die nächste Umwandlung durchzumachen.
    Für diese Zeckenfamilie dauert der Zyklus von 1-3 Jahren, je nach Temperatur: in den tropischen Zonen dauert er weniger als ein Jahr, in den kälteren Zonen kann er mehr als drei Jahre dauern. Die erwachsene Zecke kann auch mehr als ein Jahr ohne Nahrung aushalten, während die Larven und Nymphen bei günstigen Bedingungen und Umfeld einige Monate aushalten können.

DIE GELÄUFIGSTEN ZECKEN IN ITALIEN

  • IXODES RICINUS: Der “gemeine Holzbock” ist die für den Menschen gefährlichste Zecke, sie ist sehr klein und dunkel und sehr schwer zu sehen. Sie ist in feuchten und schattigen Bereichen, in Wiesen und niedriger Vegetation, zwischen vertrockneten Blättern, an der Grenze von Wiesen und Wäldern, in Hecken, in der Nähe von Wasser anzutreffen und sie ist sehr widerstandsfähig, auch unter den schwierigsten Bedingungen. In hügliger Landschaft und Bergen bis zu 1500 Höhenmetern kann man mit ihrer Anwesenheit rechnen.
  • RHIPOCEPHALUS SANGUINEUS: Die braune Hundezecke; der Hund ist der am häufigsten befallenen Wirt, aber auch für den Menschen stellt sie eine Gefahr dar. Diese Zecken findet man in der Tierzucht und in städtischen Gegenden, in denen es viele Hunde gibt; in diesem Umfeld kann sie schwere Schäden anrichten, Häuser befallen sie höchst selten.
  • XODES DAMMINI oder “Wildzecke”; auch diese Zecke stellt für den Menschen, für Haus- und Wildtiere eine Gefahr dar. Sie ist klein wie ein Stecknadelkopf, aber sie ist der Hauptüberträger der Borreliose oder Lyme-Krankheit, die durch ein Bakterium ausgelöst wird und eine sehr komplizierte Krankheit ist, die vor allem Nagetiere, den bevorzugten Wirt der Wildzecke, befällt. Gelegentlich greift sie Kaninchen, kleine Wildsäugetiere, Hirsche, Hunde, Katzen, Vögel und den Mensch an.

LEBENSUMFELD

Alle Zeckenarten leben bevorzugt in feuchten Umfeld, bei gemäßigten Temperaturen:  auf dem Land nisten sie sich in Hecken, Gestrüpp, unbebautem Gelände und Wiesen ein. In städtischen Gegenden finden die Zecken in Mauerritzen, in Spalten von Straßen und Gehsteigen Unterschlupf; die Verbreitung von Zecken findet vor allem in verwahrlosten Stadtbereichen statt, in denen sich der Müll häuft und  wo sich oft streunende Tiere aufhalten.

ENTWICKLUNGSZEITRAUM

Der Entwicklungszeitraum der Zecken beginnt im Frühjahr mit dem Erwachen aus dem Winterschlaf und endet im fortgeschrittenen Herbst.

VON ZECKEN ÜBERTRAGENE KRANKHEITEN

Die Zecken wirken sowohl passiv als Vektoren, als auch aktiv in der Krankheitsübertragung mit.

Als Krankheitsvektoren übertragen die Zecken verschiedene Mikroorganismen, darunter Viren, Bakterien und Protozoen.

Die wichtigsten Infektionskrankheiten, die Zecken mit sich bringen sind:

  • Lyme-Borreliose
  • Periodisch wiederkehrendes Zeckenfieber
  • Tularämie
  • Zecken Meningoenzephalitis
  • Rickettsiose (Zeckenbissfieber)
  • Ehrlichiose

Fast alle diese Krankheiten können, wenn sie in der Anfangsphase erkannt und diagnostiziert werden durch eine Antibiotika-Therapie geheilt werden. Nur selten und vor allem bei älteren Menschen und bei Kindern können sie lebensgefährlich werden.

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG

Bei der Schädlingsbekämpfung und Überwachung der Zecken ist, sowohl in ländlichen, als auch in bewohnten Gegenden vor allem eine vorbeugende Maßnahme notwendig: das Entfernen von Gestrüpp und jedes anderen möglichen Habitats der Zecken, das Sauberhalten des Umfelds oder der regelmäßige Vollzug der Schädlingsbekämpfung, besonders in öffentlichen Gärten, wo Kinder spielen.

In Tierheimen und an Orten, wo sich oft Hunde aufhalten ist der Eingriff der Schädlingsbekämpfung durch spezialisiertes Personal notwendig.

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